In einer Zeit, in der Gewalttaten an der Tagesordnung sind und von der Presse spektakulär aufgemacht und hochgespielt werden, verwundert es nicht, dass viele Menschen verunsichert sind und Angst haben.
Die Einen schreien nach härteren Gesetzen, die Anderen suchen ihr Heil in einem der zahlreich angebotenen Selbstverteidigungskursen.
Genau hier gilt es aber, sehr wachsam zu sein ! Manch ein Geschäftemacher nutzt so seine Chance und bietet die verschiedensten Abhilfen an.
Angefangen vom Tränengasspray, welches im Ernstfall nicht zur Hand ist oder gegen einen selbst wirkt, über irgendwelche Waffensysteme, bis hin zu Selbstverteidigungskursen an Volkshochschulen oder Sportschulen.
Lassen wir an dieser Stelle alle Waffensysteme außer Acht und widmen wir uns der Selbstverteidigung, die mit bloßen Händen und aktivem Körpereinsatz ausgeführt werden soll.
Grundsätzlich muss hierzu gesagt werden: Ein Kurs von kurzer Dauer, seien es mehrere Tage oder ein paar Monate, ist nicht ausreichend um eine sinnvolle und funktionierende Selbstverteidigung zu erlernen !
Eine gut passende Abwehr setzt voraus, dass sie automatisch und ohne Überlegung erfolgt. Alle Bewegungen müssen reflexartig ausgeführt werden. Um dies zu erreichen, müssen alle Aktionen unzählige Male unter fachlicher Anleitung geübt werden und hierfür ist ein Zeitraum von wenigen Monaten zu kurz.
Selbst nach jahrelanger Übung wird es keine Gewissheit geben, ob die geübte Form im Ernstfall auch zum Erfolg führt. Die Schrecksekunde, oder der Schock auf die erlebte Brutalität verzögern die erhofften Reaktionen
oft so lange, dass eine vernünftige Abwehr zu spät kommt.
Eine Abhilfe hierzu kann das Erlernen einer aktiven Kampfsportart sein, bei der ein aktiver Zweikampf zwischen Gegnern geübt wird. Als Beispiele sind hier die Kampfstile Karate, Tae Kwon Do, Judo, Ju Jutsu, Aikido und Wing Tsun zu nennen. Sie sind durch ihren Aufbau und die Art des Trainings besonders dazu geeignet, neben einer Automation der Bewegung, die Beherrschung des eigenen Körpers und die kontrollierte Aktion auf einen aggressiven Angriff zu schulen.
Es bleibt jedem selbst überlassen, welches System er erlernen will. Keiner der Kampfstile kann für sich in Anspruch nehmen der Überlegene zu sein, jedoch die aktive und beständige Übung einer dieser Kampfkünste versetzt einen in die Lage auf eine Aggression zu reagieren. Es gibt aber auch in diesem Fall keine Garantie für einen Erfolg, die beste Selbstverteidigung ist immer noch einer Provokation aus dem Weg zu gehen. Das Sprichwort „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ hat immer noch seine Gültigkeit.
Wer also einem der vielen Angebote folgen will, sollte folgende Punkte einer genauen Prüfung unterziehen:
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| Machen Sie ein Probetraining mit und schöpfen Sie Verdacht, wenn der Kurs unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll. Sportvereine sind in der Regel nicht auf die Einkünfte aus hohen Beiträgen angewiesen, sie sind nicht kommerziell ausgerichtet und haben trotz niederer Beiträge nicht weniger zu bieten. Hier gilt die Devise, nicht das Teurere muss das Bessere sein.
In fast allen Situationen bei denen eine Selbstverteidigungsaktion angebracht wäre, kann man sich durch vernünftiges Handeln aus der Affäre ziehen, bevor es zu einer offenen Aggression kommt.
Ein bekannter Karatelehrer hat den Satz gebraucht: „Lauf weg, wenn du kannst“ und er hat damit unbedingt recht. Es ergibt keinen Sinn, bei irgendeiner Sache den Helden zu spielen, denn erst durch ein solches Handeln kann die Eskalation einer gefährlichen Situation provoziert werden. Aber wenn nichts mehr zu einem Ausweg führt, hat man mit einer gut geübten Verteidigungsaktion mehr Chancen, als ohne.
Also lassen Sie sich nicht durch gut aufgemachte Versprechungen blenden, prüfen Sie das Angebotene und gehen Sie nicht halbherzig an die Sache heran. |