Brauchen wir Rituale, um uns an den Weg zu erinnern ?
Sho-men-ni-rei

Der Schüler der Kampfkünste übt sich täglich in den Techniken, die eine Kombination von lange erarbeiteten Körperfähigkeiten, geistiger Ruhe und innerlichem Gleichgewicht voraussetzen, um auch nur ansatzweise korrekt ausgeführt zu werden. Er lernt die Notwendigkeit, eine Handlung aus der Einheit entstehen zu lassen.

Vor dem Training knien Lehrer und Schüler üblicherweise ihrer Rangordnung nach nieder. Sie schließen die Augen, entspannen und konzentrieren sich.
Anschließend grüßen sie auf ein Kommando eines Schülers die Meister. Nach dem Training wird der Kreis geschlossen, indem sie diesen Ablauf wiederholen. Auf diese Weise versuchen sie, die Übung in Frieden zu beginnen und auch zu beenden.

Gleich einem Tor verbindet das Ritual zwei Welten zu einer.

Shomen Vorne, die Front, der Ehrenplatz
ni Richtungspräposition
Rei Begrüßung (als Sinn des Budo) Geist und Handlung als Ausdruck der Höflichkeit, der Verehrung und des inneren Anstandes.
Shomen ni Rei Respektvolle Verbeugung zum Dojo, zur Hauptseite, nach vorn, zum Publiku
Quelle: Walter Seeholzer, Goju-Ryu Schweiz