| Plato (428 v. Chr.)
Wenn Väter ihre Kinder gewähren lassen und sich vor ihnen geradezu fürchten,
Wenn Söhne ohne Erfahrung handeln wollen, wie die Väter, sich nichts sagen lassen,
um selbstständig zu erscheinen,
Wenn Lehrer, statt ihre Schüler mit sicherer Hand auf den rechten Weg zu führen,
sich vor ihnen fürchten und staunen, dass ihre Schüler sie verachten,
Wenn sich die Unerfahrenen den älteren Erfahrenen gleichstellen, und in Wort und Taten gegen sie auftreten, die Alten sich um die Jungen setzen und versuchen,
sich ihnen gefällig zu machen, in dem sie Ungehörigkeiten übersehen oder gar daran
teilnehmen, damit sie nicht als vergreist oder autoritätsgierig erscheinen,
Wenn auf diese Weise verführte Jugend aufsässig wird, sofern man ihr auch nur den
mindesten Zwang auferlegen will, weil niemand sie lehrte, die Gesetze zu achten, ohne die keine Gemeinschaft leben kann ...
dann ist Vorsicht geboten: Dieser Weg droht in die Tyrannei zu führen ...
Plato (428 v. Chr.) |